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Der
Förderverein wird wichtiger im Epplehaus
TÜBINGEN
(bei). Die Stadt spart Stellen im Jugendzentrum Epplehaus. Der Förderverein
soll mehr Verantwortung tragen. Die neue Eigenständigkeit zeigt
sich auch im Vorstand, wo jetzt der Rat nicht mehr vertreten ist.
Bei
städtischen Sparrunden kürzte der Tübinger Rat auch in der
Jugendarbeit. Für das Epplehaus bedeutete dies statt 4,5 nur noch
2,75 bezahlter Personalstellen. Vor allem die Verwaltung des in städtischem
Besitz befindlichen Hauses in der Karlstraße 13 sollen nun nicht
mehr Sozialpädagogen leisten, sondern der Förderverein selbst.
Diesen Teil des städtischen Konzepts erläuterte die Amtsleiterin
Uta Schwarz-Österreicher am Dienstagabend auf der
Hauptversammlung des Vereins.
Zum
Konzept gehören auch die zukünftigen Schwerpunkte des Hauses: Es
soll Jugendmedien-Zentrum des Kreises werden (Schwerpunkt:
Jugendkultur und Musikwerkstatt), angegliedert daran ein
„Jugendcafé“.
Wie
genau die Zuständigkeiten von städtischer Sozialverwaltung und Förderverein
abgegrenzt werden und welche Gelder wohin fließen, ist aber noch
offen. Ausgestattet mit mit einem städtischen Zuschuss könnte
der Verein zum Beispiel auch selbst den Sozialarbeiter für die
Jugendkultur anstellen. Dieses Jahr gehen die städtischen Mittel
von 66 500 Euro noch in einer Summe an die Hauptamtlichen des
Hauses. Nominell sind 45 000 davon für die Miete, 8400 für die
Hausverwaltung und 13 000 fürs
Kulturprogramm. In Zukunft sollen nur noch die Verwaltungskosten
an den Trägerverein fließen. Das Geld fürs Kulturprogramm
bleibt unter städtischer Aufsicht. Die Zusage von Schwarz-Österreicher:
„Der finanzielle Tiefpunkt ist erreicht. Sie brauchen nicht befürchten.
Dass es schleichend weniger wird.“
Das
Minus an sozialpädagogischer Betreuung stieß bei den
Vereinsmitgliedern auf geteiltes
Echo. Ein Vertreter des Kneipen- und Musikbetriebs sagte: „Schön
ist es, wenn der Soz-Päd da ist. Es läuft einfach nicht so, dass
wir alles koordiniert bekommen.“ Die Jugendlichen Macher des
Medien-Zentrums dagegen wollten gar keinen extra für sie
abgestellten Sozialpädagogen. Um den kommen sie aber nicht herum,
weil die Stadt einen Verantwortlichen für die teure
Technikausstattung haben will.
Die
gewachsene Selbstständigkeit des Epplehauses zeigt sich künftig
im Vorstand. Bislang war es üblich, den Vorsitz einem Mitglied
des Gemeinderates zu überlassen. Diesmal wurde mit der gelernten
Veranstaltungstechnikerin Margrit Paal eine Epplehaus-Aktivistin
Vorsitzende. Zum Vorstand gehören weiter die dem
Jugendmedienzentrum seit den 80er Jahren verbundene Christiane
Anhorn, der frühere Zivildienstleistende Thore Faltejsek, Felix
Hoffmann vom Medienzentrum und Ulrike Bruche für die Finanzen.
Erschienen im Schwäbischen Tagblatt am
13 Mai 2004
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