Du suchst neue Herausforderungen? Dann haben wir vielleicht etwas für Dich! Das selbstverwaltete Jugendhaus Epple in Tübingen vergibt im Zeitraum vom 30.03. bis 30.09.2026 ein halbjährliche Bufdi-Stelle*.
Wir erwarten von Dir:
– Eigeninitiative und Selbstständigkeit
– stabile Positionen gegen alle Varianten von „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ (Antisemitismus, Rassismus, Sexismus etc.)
– die Bereitschaft sich an Diskussionen und Entscheidungsprozessen zu beteiligen
– eine gewisse Chaos-Toleranz
– gerne auch: Bastel- und Reparier-Fähigkeiten
Wir bieten Dir an:
– gelebte Basisdemokratie
– Arbeiten ohne eine direkten Chef
– eine Entlohnung von 500 Euro pro Monat
– kostenlose Getränke
– einen Freiraum um neue Dinge auszuprobieren (inklusive Werkstatt und Siebdruckmaschine)
– sich als Veranstalter*in einlernen zu lassen und selber Veranstaltungen zu organisieren
* Nur ein halbes Jahr, weil unser alter Bufdi um ein halbes Jahr verlängert hat.
Wir, das Jugendzentrum Epplehaus, rufen dazu auf, die Proteste gegen den AfD-Landesparteitag in Hechingen am 23. November 2025 zu unterstützen.
Die AfD ist nicht irgendeine Partei, sondern eine extrem rechte Partei zu deren rechtspopulistischen Geschäftsmodell es gehört einen Nationalismus als Schein-Lösung anzubieten und Minderheiten die Schuld zu geben. Statt soziale Probleme wie Wohnungsmangel, Erwerbslosigkeit und eine Vermögens-Ungleichverteiligung anzugehen betreibt die AfD eine Sündenbock-Politik gegen Minderheiten und ihre politische Gegner*innen.
Doch die Gesellschaft muss sich grundsätzlich fragen welchen Maximen sie sich unterwirft. Profitmaximierungen und autoritäre Verschärfungen (z.B. durch die angestrebte Einführung der „Palantir“-Überwachungssoftware in Baden-Württemberg) dominieren auch ohne AfD immer stärker in der Gesellschaft.
Eine solidarischere Gesellschaft wäre hier ein Gegenmodell. Diese kann auch in kleinen Projekten erprobt werden. Wir als Epplehaus bieten als basisdemokratisch organisierter Freiraum dafür gerne die Möglichkeiten. Bei uns kann man Soli- oder Subkultur-Veranstaltungen organisieren oder sich als Gruppe treffen ohne Miete zu zahlen.
Linke, selbstverwaltete und antiautoritäre Projekte wie das Epple sind quasi der natürliche Feind der AfD. Denn wir leben jeden Tag so, dass die AfD etwas dagegen hätte und machen uns keinerlei Illusionen darüber, was mit dem Epplehaus in Falle einer AfD-Regierung passieren würde.
Deswegen rufen wir das zu auf am 23. November 2025 nach Hechingen zu fahren und gegen den Landesparteitag der AfD zu demonstrieren.
Die ersten Proteste starten ab 7 Uhr morgens auf dem Obertorplatz in Hechingen. Wir empfehlen den Zug 6.58 Uhr ab Hauptbahnhof Tübingen zu nehmen.
Wir, die Ehrenamtlichen des Epplehaus‘, möchten im folgenden Text ein Thema ansprechen, was die unmittelbare Umgebung unseres Projektes betrifft.
Um das Epplehaus herum treffen sich schon seit etlichen Jahren Personen aus gesellschaftlich marginalisierten Randgruppen (Suchtkranke, Langzeit-Erwerbslose, Wohnungslose, Geflüchtete etc.). Diese sind zumeist von Armut und Ausgrenzung in der Gesellschaft betroffen.
Die Gruppen ums Epplehaus sind in den letzten Monaten sichtbar größer geworden. Die gestiegene Anzahl von gesellschaftlich marginalisierten Personen um das Epplehaus herum dürfte unterschiedliche Gründe haben. Einer dürfte in dem Umbau des Anlagensee-Park-Ufers beim Europaplatz liegen. Dieser war de facto eine Art Gentrifizierung, der zu einer Verlagerung von Personen geführt hat, die sich ursprünglich im Sommer tagsüber am Anlagensee-Park aufgehalten haben. Ein Tagblatt-Bericht (1) benennt zudem die Verdrängung von People of Color aus dem Alten Botanischen Garten und eine Verdrängung vom Platz vor der Eberhardskirche als weitere Gründe. Der Aufenthalt hinter dem Epplehaus außerhalb der Sichtweite der Straße dürfte besonders People of Color (2) vor so genanntem Racial Profiling (3) schützen. In Teilen dürfte für alle Gruppen eine Art ‚Social Profiling‘ (4) hinzu kommen.
Mit der Zunahme an Personen nehmen wir auch eine Zunahme von Konflikten zwischen verschiedenen Einzelpersonen innerhalb dieser Gruppen wahr, die manchmal auch in Gewalt eskaliern. Es kommt dann zu Gewalttätigkeiten meist zwischen Einzelnen, vereinzelt auch zwischen Gruppen. Alkoholkonsum und bestimmte Männlichkeitsvorstellungen wirken als Verstärker. So gut wie nie sind Außenstehende betroffen. Diese Gewalt-Eruptionen lassen uns als Epple-Ehrenamtliche oft hilflos zurück. Als Beobachter*innen solcher Eskalationen sind wir immer unschlüssig, ob bzw. ab wann wir die Polizei verständigen sollen. Vereinzelt haben wir das auch schon getan, etwa wenn akute Verletzungsgefahr bestand. Grundsätzlich sind wir keine Fans von Polizei-Interventionen und halten sie in vielen Fällen für eher ungeeignet für einen sensiblen Umgang mit gesellschaftlich marginalisierten Menschen. Auch Polizei-Razzien bzw. -Kontrollen, wie in zunehmende Maße zu beobachten, und Platzverweise sorgen für keine Lösung und verstärken eher eine Stigmatisierung in der Öffentlichkeit. In mehreren Fällen konnten wir Fälle von mutmaßlichen Racial Profiling beobachten, von dem auch Menschen betroffen waren, die gar nicht zu den genannten Gruppen gehörten. Zum Beispiel wurde in einem Fall ein Schwarzer Vater vor den Augen seines Kindes kontrolliert und erhielt einen Platzverweis, was eine öffentliche Demütigung unter den Augen seines Kindes darstellte.
Um es noch einmal deutlich zu sagen, wir halten nicht die Menschen um das Epplehaus an sich für das Problem, sondern sehen, dass sie oft Probleme haben, aus denen Folge-Probleme resultieren. Die Ballung von Menschen mit diversen Problemen und in Ausnahmesituationen bei gleichzeitig nicht ausreichender Straßen-Sozialarbeit betrachten wir als die Hauptursache der Zunahme von Konflikten rund um das Haus. Dabei möchten wir einzelne Personen aus den erwähnten Gruppen allerdings auch nicht aus ihrer individuellen Verantwortung für ihr Handeln entlassen, denn wir nehmen durchaus einzelne Personen als anstrengend, uneinsichtig und problematisch in ihrem Verhalten wahr.
Wir als Epplehaus wünschen uns einen konstruktiven und Problemlösung-orientierten Umgang mit diesen Menschen. Ein wichtiger Ansatz wäre eine aufsuchende Straßensozialarbeit, die Hilfe und Unterstützung leistet und eine langfristige Beziehung zu ihren Klient*innen aufbaut, sowie Folge-Angebote gewährleistet. Wir sprechen uns damit für einen sozialarbeiterischen Ansatz und gegen eine Verdrängung/Vertreibung, Kriminalisierung und Videoüberwachung aus. Uns ist klar, dass im sozialen Bereich in Tübingen gerade eher eingespart wird, doch wer im Sozialen einspart, muss später in anderen Bereichen wie Sicherheit und Gesundheit drauf zahlen! Genauso wenden wir uns gegen Racial und Social Profiling. Wenig hilfreich wäre auch eine Ethnisierung sozialer Probleme, wie sie u.a. auch der Tübinger Oberbürgermeister gerne vornimmt. Ein sinnvoller Ansatz wäre es, die betroffenen Menschen einmal selber zu befragen, welche Hilfe und Unterstützung sie benötigen. Der Wunsch nach einem eigenen, wettergeschützten Treffpunkt wäre nahe liegend. Das Gelände um das Epplehaus ist, bis auf den nahen Supermarkt und die Innenstadt-Lage, eigentlich maximal ungeeignet als Treffpunkt. Weder gibt es öffentliche Toiletten, noch Sitzbänke oder ausreichend Schatten-Plätze. Dass sich hier trotzdem viele Menschen treffen, sagt auch etwas über die fehlenden Alternativen für gesellschaftlich marginalisierte Personen aus. Alles in Allem wünschen wir uns eine konstruktive Diskussion, auch mit den Menschen selber, und als Resultat einen Problemlösung-orientierten Umgang.
(2) Menschen, die die Erfahrung machen, in einer mehrheitlich Weißen Gesellschaft als nicht dazu gehörig, als „nichtdeutsch“ wahrgenommen zu werden.
(3) Mit „Racial Profiling“ wird die Methode bezeichnet, das physische Erscheinungsbild, etwa Hautfarbe oder Gesichtszüge einer Person als Entscheidungsgrundlage für polizeiliche Maßnahmen wie Personenkontrollen, Ermittlungen und Überwachungen heranzuziehen.
(4) Unter ‚Social Profiling‘ wird die Methode bezeichnet, die zugeschriebene niedrige soziale Stellung, also die Armut, einer Person als Entscheidungsgrundlage für polizeiliche Maßnahmen wie Personenkontrollen, Ermittlungen und Überwachungen heranzuziehen.
Der Sammelband „Wir hol’n jetzt unser Haus – über 50 Jahre Tübinger Jugendzentrum Epplehaus zwischen Hausbesetzung, Selbstverwaltung und Subkultur“ erscheint am 16.01.2025 bei Edition Analyse & Subkultur.
Jugendzentrum Epplehaus: ein Stück gelebte Utopie
Bereits über 50 Jahre prägt mit dem Epplehaus ein einzigartiges Jugendzentrum die Geschichte und Menschen in Tübingen. Seit seiner Besetzung 1972 ist das Haus in der Karlstraße 13 ein Raum für politische Kämpfe, kulturelle Revolutionen und generationsübergreifende Selbstverwirklichung. Jenseits des politischen Mainstreams organisieren sich Jugendliche und Junggebliebene selbst – irgendwo zwischen Krisen, Plenum, Streitereien mit der Stadt und dem Traum von einer besseren Welt.
Hausbesetzungen, Selbstverwaltung und Subkultur
Als unverzichtbares Stück Zeitgeschichte erzählt dieses Sachbuch in vier großen Themenblöcken von der Historie des Hauses und dem jeweiligen soziokulturellen Kontext. Zentrale Aspekte des Buchs sind zudem gelebte politische Ideale sowie die Musik und Subkultur, welche das Leben im Epplehaus formten. Exkurse wie zum Schwabenhaus, über die Jugendzentrumsbewegung oder ein Verzeichnis aller Tübinger Hausbesetzungen versprechen weitere interessante Einblicke.
Tiefgehende und unterhaltsame historische Aufarbeitung
Gemeinsam mit Gast-Autor*innen wie „Ton Steine Scherben“-Bassist Kai Sichtermann und vielen Zeitzeug*innen steigen Elias Raatz und Lucius Teidelbaum vom „Epplebeinturm“ herunter – jenseits von Selbstbeweihräucherung und einer „früher-war-alles-besser“-Nostalgie. Dieses Sachbuch liefert eine tiefgehende und unterhaltsame historische Aufarbeitung über das Epplehaus, einem schützenswerten Ort, dessen spannende Geschichte es wert ist, erzählt zu werden.
„»Gesunder Patriotismus klingt für mich ein bisschen wie „gutartiger Tumor“«“ Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken
Auf dem Plenum am 18. Juni 2024 hat das Epplehaus seinen Beschluss des Verbots nationaler Symbole für das Haus erneuert. Das heißt, auch Fußball-Fan-Utensilien mit Schwarzrotgold-Bestandteilen müssen überklebt oder ausgezogen werden. Wir möchten gerne erklären, warum wir diese Entscheidung getroffen haben.
„Ist doch nur Fußball!“ Die Mär vom unpolitischen Fußball halten wir für einen Mythos. Es geht uns nicht um die spielerischen Leistungen der Mannschaften, sondern darum, wie dieses Spiel aufgeladen, welche Effekte es hat und wer es für sich nutzt. Wir sind gegen jeden Nationalismus. Grundsätzlich sehen wir den Unterschied zwischen einem exklusiven völkischen Nationalismus a la Björn Höcke und einem inklusiven Nationalismus wie er von der Ampelregierung vertreten wird. Wir sehen den Unterschied, jedoch auch das Gemeinsame. Beiden Varianten zu Grunde liegt eine Zwangskollektivierung von sehr unterschiedlichen Individuen in der Nation. Im Stadion und vor der Großleinwand entsteht im Männer-Fußball auf der Basis von Nationalismus, Regionalismus und Heterosexismus ein positives Vergemeinschaftungsgefühl, was bei den Männer-WM- und -EM-Spielen entsprechend nationalistisch aufgeladen ist. Auch der fröhliche und vermeintlich unbeschwerte Fußball-‚Patriotismus‘ lebt davon, dass er Menschen zu einer Gruppe, nämlich „die Deutschen“, zusammen schweißt. Grundlage ist eine gemeinsame Staatsbürgerschaft, der Lebensort oder – in der Höcke-Variante – Herkunft und Hautfarbe. Dabei unterscheiden sich die 83 Millionen Einwohnerinnen der Bundesrepublik stark untereinander, nach Gender, nach Herkunft, nach Klasse bzw. Einkommen bzw. den sich daraus ergebenden Privilegien. Die Gemeinsamkeit wird erst durch das Bekenntnis zur Nation her gestellt und hat keine objektiven Grundlagen. Jede Nation ist auch ein Konstrukt. Selbst wenn es so etwas wie kulturelle und sprachliche Prägungen gibt, so können diese abgelegt oder verändert werden. Nun wollen einige Leute stolz auf Deutschland sein. Da stellt sich doch die Frage, worauf sie genau stolz sind? Als Antwort werden dann Dinge genannt wie: Deutsche Markenqualität, Goethe, die schönen deutschen Wälder oder letztens auf die Leistungen der deutschen Nationalelf bei der Männer-EM. Die Leute, die solche Antworten geben, haben fast nie etwas zu tun mit der Qualität von Produkten, haben nicht Goethes Werke verfasst, tragen nichts zur Schönheit der Natur bei (die sich auch nicht an Grenzen hält) und haben ebenso wenig die Tore bei der EM geschossen. Letztlich findet eine Fremd-Aneignung von positiven Dingen und Leistungen statt. Dabei müsste man, wenn man schon auf all die tollen Dinge stolz ist, sich gleichzeitig sehr schämen – besonders im postnazistischen Deutschland mit seiner massenmörderischen Vergangenheit. Deutsche ‚Patriotinnen‘ lehnen den Begriff „Kollektivschuld“ aber meist entrüstet ab, während sie ihren Kollektivstolz gerne vor sich her tragen, z.B. in Form von Fußball-Trikots.
„Das schadet doch keinem!“ Der Fußball-Nationalismus kommt erst einmal nett daher. Doch wie schon gezeigt, ist Nationalstolz oder ‚Patriotismus‘ eine arg konstruierte Sache. Mit dem Appell an die Kollektividentität werden reale Unterschiede zwischen Individuen und sozialen Gruppen nicht zum Verschwinden gebracht, sondern nur übertüncht. Für den Obdachlosen stellt es keine reale Verbesserung seiner Lage dar, wenn Deutschland Exportweltmeister oder Fußballeuropameister wird. Oft wird noch dazu verlangt, zugunsten des nationalen Kollektivs auf irgendetwas zu verzichten. Da wird dann z.B. eine Nullrunde in den Lohnverhandlungen hingenommen, um den Standort Deutschland aufzuwerten. Dabei haben die Menschen diesseits und jenseits der Grenze gemeinsame Interessen gegenüber den herrschenden Verhältnissen. Doch die Einteilung in Kollektive führt dazu, dass sich die Menschen mit denselben Interessen gegeneinander ausspielen lassen.
Der Appell ans Nationale ist gefährlich, denn jede Form von Nationalismus – auch wenn er als ‚Patriotismus‘ auftritt – ist ausgrenzend. Jede Nation ist ein exklusiver Club, in den nicht jeder rein kann, der/die will. Früher wurden Menschen nicht akzeptiert, die kein „deutsches Blut“ (was es natürlich gar nicht gibt) haben, heute sind es Geflüchtete, Migrantinnen oder jüdische Menschen, die ausgegliedert oder unter den Generalverdacht der fehlenden Loyalität gestellt werden.
Auch wenn derzeit über die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert wird, geht es aktuell weniger um die Mobilisierung für Kriege, aber offenbar sollen gesellschaftliche Probleme und Gegensätze unter eine große Deutschlandfahne gekehrt werden. Wenn alle die Siege der deutschen Nationalmannschaft feiern, dann spricht niemand mehr über Diskriminierungen, verschärfte Asylgesetze, Wohnraum-Not und Obdachlosigkeit, Klimawandel und Artensterben oder die Wahlsiege der AfD zur Europa- und Kommunalwahl am 9. Juni. Übrigens versucht auch die AfD mittels sharepics etc. Anschluss an die Deutschland-Fans zu bekommen, obwohl der Höcke-Flügel eher kein Fan der meisten Spieler sein und ihnen den Status als „echte Deutsche“ absprechen dürfte.
„Kann ja jede selbst entscheiden, ob sie mitmacht!“ Leider ist es nicht so, dass die Frage welche und ob man eine EM-Mannschaft unterstützt nur freiwillig beantwortet wird. Nationalismus lebt von einer ingroup-outgroup-Einteilung, welche oft mit der Ausgrenzung und Herabsetzung Anderer einher geht. Beispielhaft ist das festzustellen an den Fangesängen, in denen häufig der Gegner herabgesetzt und abgewertet wird. Fußball ist nur eines der Spielfelder für Chauvinismus und nationale Feinbilder. Es herrscht ein ziemlicher Anpassungs- und Konformitätsdruck. Wer als ‚Deutscher‘ eingeordnet oder akzeptiert werden will, ‚muss‘ auch für die deutsche Mannschaft sein, so die nationalistische Logik. Wer dann aber für eine andere Mannschaft ist oder sich über die Niederlage Deutschlands freut, dem schlagen schnell Aggressionen entgegen. Das zeigt, dass auch dem Fußball-Patriotismus nicht selten nationalistisches Eskalationspotenzial inne wohnt.
„Ihr seid nur linke Spielverderber!“ Manche von uns im Epplehaus mögen Fußball und andere nicht. Es geht uns mit unserem Verbot von Deutschlandfan-Merchandise aber nicht um das Fußball als solchen. Auch wenn wir viele grundsätzlichen Probleme im Männer-Fußball sehen: ein aggressiver Regionalstolz, Rassismus, Heterosexismus etc. Uns geht es vor allem um die Probleme die die Männer-Nationalmannschafts-Spiele mit sich bringen. Dabei ist uns klar, dass unsere Einstellung bei vielen auf Unverständnis stoßen wird. Wir wissen nicht, ob unsere Kritik in emotionalisierten Zeiten der EM durchdringen wird.
Menschen, die keine Lust auf Fahnengewedel und „So sehen Sieger aus“-Geschrei haben, will das Epplehaus eine Ruhe- und Schutzzone bieten. Diese Insel wird konkret durch das Verbot von Nationalsymbolik geschaffen. Mit dieser Aktion hält das Epplehaus an seiner eigenen Tradition fest, immerhin ist der schwarz-rote Anarcho-Stern bis heute das Symbol des selbstverwalteten Jugendhauses.
Eure vaterlandslose Gesell*innen aus dem Epplehaus